Die letzten Segeltage

Inzwischen sind wir wohlauf in die schöne Schweiz zurückgekehrt 🙂

Hier noch ein paar Berichte der letzten Segeltage:

Kurzum, das Mittsommerfest in Schweden hatten wir uns wohl etwas anders vorgestellt. Denn dort wo wir unsere Yacht festgemacht hatten, im kleinen und sehr sauberen Hafen (mit schönen Sanitäranlagen) mitten in Malmö, war dann vom 21. auf den 22. September wirklich nix los in der Umgebung des Hafens, tote Hose! Warum? Wie wir festgestellt hatten, war erstens die Innenstadt Malmö ziemlich weit weg vom Hafen entfernt um an irgendeine Party zu gelangen. Zweitens, war uns schon tagsüber aufgefallen, dass, entlang der Uferpromenade und in den rund um den Hafen sich befindenden modernen Wohngebieten, hier fast kein einziger Schwede zu sehen war, sondern viele Familien aus anderen Ländern (Hauptsächlich aus Nordafrika wie uns aufgefallen war), welche hier zu leben schienen. Somit hatten wir leider kein Mittsommerfest in dieser traditionellen Form erlebt, jedoch gaben wir so nicht kampflos auf und zogen gegen 22 Uhr zu Fuss in nächst gelegenen schönen grossen Park von Malmö, wo wir uns dann gegen Mitternacht vis-à-vis einer privaten Schwedischen-Mittsommerfeier im Park niederliessen und auf unsere Weise auf den längsten Tag mit dem selber mitgebrachten Bier angestossen 🙂

Am nächsten Tag, Samstag 22. Juni, hiess es zurück nach Dänemark fahren. Rodvik hiess der nächste Hafen in Dänemark, östlich auf Seeland, wo wir unsere Lebensmittelvorräte aufstockten.

Dann gings zügig weiter am Sonntag in Richtung Westen und wollten dabei auch wieder mal Ankern. Jedoch liess uns der Wind Mitte Nachmittag keine Chance einen sicheren windgeschützten Ankerplatz anzulaufen, da dieser genau westlich kam und landschaftlich keinen geschützten Ecken sich finden konnte.
So fanden wir abermals den Weg in einen Hafen, dieser hiess „Vordingborg“. Obschon wir unserem Wunsch einen geeigneten schönen Ankerplatz zu finden nicht erfüllen konnten, wurden wir trotzdem belohnt. Denn die Dänen feiern auch Mittsommer, sprich der „Sankt Hans“ und zwar dies am Vorabend des 23. Juni. Im Zentrum der Hafenstadt Vordingborg war am frühen Abend dann das ganze Städtchen auf den Beinen und es wurde Marschmusik aufgespielt. Danach war das ganze Dorf rund um ein grosses Feuer versammelt, bei welchem eine Strohhexe verbrannt wird, damit symbolisch die bösen Kräfte ferngehalten werden. Leider brannte das Feuer nicht allzu gut, ausser den Sprit den Sie reinwarfen 😉 Wie wir feststellten, brannte das Feuer auch deshalb schlecht, da das meiste Holz zuwenig lang getrocknet wurde.
Da stehen wir Schweizer mit unserem 1. August Feuer schon viel besser oder geübter da 😉 Aber immerhin, dank dem „Sankt Hans“ hatten wir doch noch unser Mittsommerfest erlebt.

Anderntags, 24. Juni, konnten wir immerhin zur Abwechslung mal die Segel für ganze 6 Seemeilen setzen, da kam Freude auf. „Hart am Wind“ Segeln war angesagt, denn unsere Route führte uns ja weiter in Richtung Westen, woher leider immer noch der Wind wehte. Tja, so ist das Seglerleben, entweder man hat Zeit um den richtigen Wind und Wellen abzuwarten oder man lebst damit und passt sich der Natur an.

Schliesslich, gegen Mitte Nachmittag konnten wir endlich einen schönen und windgeschützten Ankerplatz im östlichen Teil der Insel Fem0 finden. Angesagt war dann sonniger Landgang auf der Insel: das Rudern mit unserem Dingi (kleines Boot) von der Yacht zur Insel wurde belohnt mit schöner Vegetation und fast unberührten Strandabschnitten, wo sich gelegentlich nur Schwäne und ihre Jungen in Ufernähe aufhielten, sowie danach einen Sonnenuntergang wie er nicht schöner sein könnte in der Südsee im Pazifik 😉
Ebenfalls die Nacht und der Morgen waren absolut Schwellfrei und so ruhig, dass wir uns bald Sorgen machten, ob wir vielleicht nicht doch noch aufgelaufen waren 😉 Unser Ankeralarmsystem hatte jedoch die Nacht über nicht angeschlagen (heisst wir verliessen den definierten Ankergrund nicht) und nach einem Blick nach draussen und dann noch auf dem GPS unsere Position festgestellt, war dann wirklich auch alles in bester Ordnung 😉

Leider liess dann das Wetter am Dienstag, 25. Juni, etwas zu wünschen übrig und schickte uns zwar schönen Wind und konnten wieder Segeln, jedoch kam auch etwas Regen und Kälte dazu. Hiess wiedermal Ölzeug montieren. Gott sei Dank gibts dieses regen- und winddichte Material 🙂
Dafür riss der Himmel am späteren Abend wieder etwas auf in unserem nächsten Hafen Kragenaes (Insel Lolland) und wir durften einen Sonnenuntergang erleben, dramatischer wie er sich nicht darstellen könnte, die Sonne und Wolken färbten sich von gelb auf leuchtend orange nach feuerrot über knallrosa auf dunkelrosa/violett, dies inklusive starken Windes mit heftigen Böen.

Der Wind liess in der Nacht kaum nach, erst in den frühen Morgenstunden liess er sich doch etwas beruhigen. Dieser hinterliess uns am Mittwoch, 26. Juni, jedoch höhere und kurz aufeinander folgende Wellen, welche leider genau uns entgegen kamen. Der Wind ebenfalls kam mit Beaufort 6 inklusive Böen 7 aus Westen daher (Prognosen waren Beaufort 5 angegeben worden) und da dies genau unsere Richtung war für ca. 3-4 Stunden, ehe wir die Richtung gen Süden wechseln konnten, war dies ein mühsames Motoren gegen den Wind.
Unsere nächste und letzte Station vor Heiligenhafen (DE), war der Hafen von Nakskov und Ziel an diesem Mittwoch. Der Hafen war überhaupt nicht lohnenswert gewesen, das Zentrum schien weiterweg zu sein und rund um den Hafen tote Hose. Nur der starke Wind (über 7 Beaufort) welcher leider auch in der Nacht über das Städtchen Nakskov hinweg fegte, liess uns seine Anwesenheit wissen und verpasste uns eine unruhige Nacht trotz festmachens im Hafen.

Dann am nächsten Morgen, Donnerstag 27. Juni, war es soweit: wir verabschiedeten uns von Claudia, unserem lieben Segelgspänli, da Sie mit dem Zug nach Kopenhagen fuhr, um von dort mit dem Flugzeug zurück in die Schweiz zufliegen.
Es war auch unser letzter Segeltag auf der Yacht und zugleich wie sich herausstellen sollte, der mühsamste aller Segeltage unseres Dänemark-Segel-Törns.
Zwar hatte der Wind etwas abgenommen (Beaufort 5), wir durften immerhin wenn auch „Hart am Wind“ hinuntersegeln nach Heiligenhafen durch die grossen Fahrwasserstrassen im Grossen Belt. Jedoch hatten sich durch den starken Wind des Vortages, die Wellen noch etwas höher eingestellt und dank der schlechten Segeleigenschaften unserer Yacht, liess es sich gerade so okay durch den Grossen Belt hinuntersegeln. Hauptsache wir konnten Segeln, denn mit dem Motor hatten wir Probleme kurz nach der Ausfahrt von Nakskov erhalten, respektive festgestellt gehabt, dass der Motor etwas raucht, was uns nicht mehr normal erschien.
Wir riefen unterwegs dem Charterer unserer Yacht an, da wir spätestens in der Nähe des Hafens Heiligenhafen irgendwie hinein motoren mussten, da nur eine kleine enge Fahrwasserstrasse in den Hafen hineinführte. Kurzerhand und glücklicherweise hatte der Charterer einen sogenannten Abschleppdienst organisieren können, denn so ein „PAN PAN PAN“ wäre etwas teuer geworden (Küstenwache aufbieten über Funk).

So wurden wir schlussendlich nach über 11.30 Stunden Fahrt über den holprigen grossen Belt kurz vor dem Hafen abgefangen, dies glücklicherweise dann im geschützten Bereich bei wenig Wellen und die 42 Meter Yacht wurde seitlich an unsere kleine Yacht festgemacht. So wurden wir sicher und sogar bequem in den Hafen hineinkutschiert! „So geht das“ würde „Philip Maloney von DRS 3“ sagen 😉 Herrlich, mal nicht selber in die Boxen hineinfahren müssen 😉 Das war sozusagen das Zückerchen zuletzt.

Jedenfalls waren wir ob dieser langen und anstrengenden Segelfahrt „Hart am Wind“ und grossen mühsamen Wellen froh, wieder festgemacht im Hafen zu sein. Wir liessen es uns, kaum eine Stunde später, im Hafen Restaurant gutgehen bei einem feinen Gläsli Wein und feinem frischen Fisch. Lecker war’s!

Freitag, 28. Juni, die grosse Rückreise per Auto diesmal traten wir an ab in die Schweiz. Wiedermal Autofahren, ist schon herrlich, Türen zu und Gas! Keine Windabdrift, Regen eh egal, kein Ankerwerfen und Pausen machen wann man will 😉 hihi… Nach ca. 11 Stunden Fahrzeit trafen wir dann in der Nacht vom Freitag in Luzern ein und waren doch froh nicht mehr länger sitzen zu müssen. Da ist’s auf der Yacht dann schlussendlich doch wieder bequemer und man ist beweglicher auf dem Schiff.

Unsere Ferien: herrlich wars, anstrengend zwar zum Schluss. Wiederholung sowieso ein „muss“. Denn es gibt nichts schöneres als die Suche nach dem perfekten Wind und wenig Wellen und über der See zu flitzen und nebenbei noch spannende Erkundungen auf Land zu machen 😉

Herrlich auch das eigene Bett. So das war’s von hier. Der Büroalltag wartet wieder gespannt auf uns 🙂

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